Motorrad & Ausrüstung

Wir sind auf einer 10 Jahre alten BMW GS 1200 unterwegs.

Damals neu gekauft, hatte sie jetzt bei Abfahrt von zuhause 112.477 Kilometer auf dem Tacho stehen.

ESA. Griffe heizbar. Alarm. ABS. Außer den Zega-Koffern von Touratech im Originalzustand.

Immer alle Inspektionen machen lassen und zumindest die letzten Jahre schonend gefahren.  Habe sie jetzt über den Winter besonders gründlich durchchecken lassen.

Neue Kupplung, neues Kardangetriebe, irgendwas bei der Gangschaltung, neue Bremsbeläge, alle Öle gewechselt.

Kilometerstand 130t. In Krasnoijarsk Sibirien, in der dortigen BMW-Motorrad Service machen lassen. Öl, Luftfilter, Ventile einstellen.

Kilometerstand 141t. In Tucuman Argentinien wieder Service. Alle Öle gewechselt. Ventile einstellen lassen. Allgemeine Kontrolle. Hinterreifen.

Abgefahren von zuhause mit Reifen vorne und hinten Metzeler Tourance next.

Eintrag nach 19300 Kilometern: Profil Hinterreifen noch gut aber total eckig gefahren. Aufgrund des Reifendesigns Lauffläche mal breiter mal schmäler. Es kommt dadurch bei langsamer Geschwindigkeit  zu unrundem schlenkern. In Ulan Bator sehe ich vor einer Bank eine Gs mit mongolischem Kennzeichen. Der muss die Reifen ja auch mal wechseln. Warte auf Besitzer und es stellt sich heraus dass es ein Deutscher ist, der hierher gezogen ist. Er verkauft mir für 20 Euro einen angebrauchten Metzler Tourance mit noch 75% Profil. Bei einer Reifenstation lasse ich mir den aufziehen. Sagt der junge Mann dort, er habe auch für vorne was und zeigt mir einen Heidenau Scout. Logo lasse ich mir den auch draufmachen. Montage des mitgebrachten Tourance hinten und Kauf und Montage des Heidenau vorne, gesamt umgerechnet 70 Euro. Hochzufrieden! Lege noch 5 Euro Trinkgeld drauf.

Bei der Gelegenheit der Wartung in Tucuman, hinten auch Heidenau Scout aufziehen lassen.

Wir haben ein kleines Werkzeugset mit, eine kleine Handpumpe, einen an der Motorradbatterie betreibbaren Minikompressor, Reifenflickzeug, Reservelämpchen, Kabelbinder, eine kleine Rolle Draht, eine Rolle Panzertape. Eine Taschenlampe, ein Packsafe, eine Gepäckrolle und Gummizüge diese zu befestigen.

Kein Zelt, kein Schlafsack, keine Polster.

Nur eine Picknickdecke die vor Nässe von oben oder unten schützen kann und eventuell mit den Gummizügen von der Gepäckrolle irgendwo darüber gespannt werden kann.

Eintrag nach erstem Regentag: Picknickdecke doch nicht mit. Weiters zuwenig warme Sachen. In Täbris in einem Sportgeschäft eine wasserdichte Berg-Allzweck-Jacke mit herauszipbarem Innenteil für umgerechnet 35 Euro gekauft. Marke „Salomon“. Top-Qualität. Hege den Verdacht dass die echt ist. In Europa kostet so ein Teil zehn mal soviel.

Einer der Koffer ist nicht wasserdicht! Nach Regenfahrten in Türkei, regelrechte Pfütze im Koffer. Alle Ausrüstungsgegenstände von Touratech eher nur mau…

Kein Navi. Dafür Landkarten. Einzige Hilfe um in größeren Städten mit womöglich für uns unlesbaren Straßennamen leichter etwas zu finden, einige Apps im iPad und Handy um die Suche zu erleichtern.

Maps.me – Google Maps – Rome2rio – Google-Street-View.

 

Ganz wichtig – Weltweit-Reise-Kranken-Rückholversicherung. Achtung, kleingedrucktes genau durchsuchen, ob da nicht fahren mit Motorrad ausgeschlossen ist! Weiters im Kleingedruckten – auch wenn die Versicherung für ein Jahr abgeschlossen wurde – die ununterbrochene Abwesenheit vom Heimatort bei manchen Versicherungen nur 60 Tage je Reise.

„Weltweit“ möchte man meinen, bedeutet auf der ganzen Welt. Wenn die extrem krankenkostenintensiven Länder USA, Südafrika, Bahamas, Kanada nicht ausdrücklich angeführt sind, bedeutet „weltweit“, weltweit aber ohne ebendiese.

Versicherungsabschluß vor Reisebeginn!

Versicherungen unterhalten ganze Abteilungen um im Schadensfall nach Ausschlusskriterien zu suchen um nicht zahlen zu müssen.

Packliste mit persönlicher Ausrüstung führe ich mal keine auf denn für eine „Liste“ reicht es nicht.

Mit haben wir eine winziges Täschchen mit Erste-Hilfe-Utensilien, ein Mittel gegen Durchfall, Mückenabwehr, eine Packung Aspirin.

An Wäsche, Kleidung, Regenkleidung, Schuhen, Toilettensachen und wenigen persönlichen Dingen. Jedenfalls so wenig, dass wir problemlos einen Flug mit Handgepäck antreten könnten.

Unsere Motorradjacken und Hosen sind ein paar Jahre alt. Nichts schaut nach Wohlstand aus. Teils aus dem Baumarkt. Wertloses Zeug. Kein Problem etwas irgendwo zurückzulassen.

Eintrag in Krasnojarsk: Alte Jacke an Schulter so verschlissen dass sie nicht mehr brauchbar war. Anläßlich Besuchs der BMW-Vertretung zwecks Ölwechsel und kleinem technischen Check, neue Jacke gekauft. Alte fast nicht zurücklassen dürfen in dem feinen Schuppen.

Geimpft gegen die üblichen Krankheiten die bei einer Weltreise auftreten können.

Comments (1)

  • Markus 2. Juli 2018 at 19:59 Reply

    Hallo Ihr zwei, hoffe es geht euch gut dort im Morgenland. Passt mir jo guat auf auf enk. Alles Liebe und schickt amol a Kartl 🙂

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